Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“
Mozart: Serenade „Eine kleine Nachtmusik“
Rossini: Streicherserenade C-Dur & „Arie des Figaro“
Brahms: Ungarischer Tanz Nr.6
Marcelino Rojas - Violine * & Residenz-Solisten
Ein sommerliches Festkonzert auf Schloss Schleißheim: Die Abendluft steht mild über den barocken Fassaden, der Himmel spannt sich weit über das Gartenparterre, und noch bevor der erste Ton erklingt, scheint die Szenerie selbst bereits Musik zu atmen. In dieser heiteren Kulisse beginnen Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“
Als Vivaldi die Konzerte 1725 veröffentlicht, entwirft er mehr als gefällige Barockmusik. Er schafft ein klingendes Theater der Natur. Im „Frühling“ zwitschern die Violinen wie aufgeregte Vögel, Quellen murmeln in geschwungenen Linien, alles scheint zu blühen. Doch die Idylle ist nicht ungetrübt: Ein kurzes Gewitter fährt dazwischen, Tremoli zucken wie Blitze durch das Orchester. Im zweiten Satz ruht der Hirte, von der Solovioline träumerisch gezeichnet, während die Bratsche mit trockenen, wiederholten Tönen den „bellenden Hund“ gibt – ein liebevoll notierter Einfall, der das Bild mit augenzwinkernder Genauigkeit schärft.
Der „Sommer“ legt sich schwer auf die Schultern. In den beigelegten Sonetten erklärt Vivaldi, was geschieht: Der Kuckuck ruft, die Turteltaube antwortet, ein Windhauch regt sich. Doch unter der Oberfläche wächst die Spannung. Schließlich bricht das Gewitter los, entfesselt und dramatisch, als entlade sich der Himmel selbst über dem Schlosspark.
Im „Herbst“ wird die Ernte gefeiert. Tanzrhythmen stampfen, der Wein fließt in Strömen, die Geigen lachen. Ausgelassenheit und der gute Wein bringt die Bauern in den Schlaf. Man hört bei der Treibjagd die Schüssen der Jäger während das flüchtende Wild musikalisch durch schnelle Läufe der Solovioline charakterisiert wird.
Der „Winter“ schließlich schneidet scharf durch die sommerliche Abendwärme dieses Konzerts. Die Streicher lassen die Zähne klappern, schnelle Repetitionen frieren die Luft ein. Schritte knirschen im Eis, Schlittschuhläufer gleiten – und stürzen. Doch auch hier liegt Schönheit im Frost, eine klare, funkelnde Transparenz.
Ein Szenenwechsel: Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ hebt an wie geschaffen für eine solche Freiluftnacht. Vielleicht einst als Auftragswerk für eine sommerliche Gesellschaft gedacht, klingt sie heute wie der Inbegriff klassischer Heiterkeit. Die Themen sind lichtdurchflutet, die Eleganz scheint mühelos. Dass ein Satz der Serenade verloren ist, macht sie zu einem Fragment – doch zu einem, das vollendet wirkt.
Mit Gioachino Rossini zieht italienisches Temperament ein. Seine Streichersonate sprüht vor Energie, und die er schrieb, als in der „Arie des Figaro“ aus dem „Barbier von Sevilla“ wirbelt die Musik in atemlosem Tempo dahin. Witz, Virtuosität und überschäumende Lebensfreude verbinden sich zu einem musikalischen Feuerwerk, das selbst die Schlossmauern zum Schwingen bringt.
So entfaltet sich an diesem Sommerabend auf Schloss Schleißheim ein Panorama der Jahreszeiten und Stimmungen, der Naturbilder und Theatergesten.
Preis: 39,- €
bis 69,- €